Geschichten vom Missionsfeld

August 2025

Sambia: Mit Hühnern in eine gute Zukunft

Seit 2017 ist Sambia Partnerland von EBM INTERNATIONAL. Das Land im Süden Afrikas ist etwa doppelt so groß wie Deutschland. Es hat keinen Zugang zum Meer und doch kennen wohl die meisten die tosenden Viktoriafälle an der Grenze zu Simbabwe. Die Situation der Menschen im Land ist schwierig: Der Staat ist hoch verschuldet, HIV und Aids haben viele Kinder zu Waisen gemacht. Die Zahl der Dürreperioden nimmt zu und sorgt für unzureichende Ernten. Doch verschiedene Initiativen des sambischen Baptistenbundes helfen.

Herausforderung speziell für Frauen auf dem Land 

Mit jeder Gemeindegründung im ländlichen Raum lernen die Pastoren und Verantwortlichen der Baptist Convention of Zambia die Lebensbedingungen und Nöte der Menschen vor Ort kennen. Häufig begegnen ihnen extreme Armut und Unterernährung. Besonders für Frauen ist dies existenzbedrohend. Um die Eigenversorgung zu gewährleisten und ein sicheres Einkommen zu generieren, werden Frauen wie Männer angeleitet, einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. So entstehen Mais- und Soja-Anbau, kleine Zuchten von Ziegen, Schweinen und Enten sowie Gemüsegärten. Die Veränderung wird schnell sichtbar: Das Einkommen erhöht sich, die Kinder fehlen weniger in der Schule. Der Ernährungszustand der Familien verbessert sich spürbar.

Marvis: Von der Hausfrau zur Geflügelbäuerin

Im Dorf Lusoke der Provinz Chongwe gibt es viel Mangel: Ein niedriger Bildungsstand, kaum Kapital, um ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Gerade Frauen fehlt die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Im Jahr 2022 hörte Marvis Mvula auf der jährlichen Frauenkonferenz von den Trainingsprogrammen ihrer Kirche. Die heute 55-Jährige hatte sich ihr Leben lang als Hausfrau um ihre Familie gekümmert. Oft war das Geld knapp. Ihre drei Kinder mussten vorzeitig die Schule abbrechen, weil sie sich keine Bücher oder Schulmaterialien leisten konnten.

Wie kann man eine eigene Geflügelzucht aufbauen? 

In einem dreiwöchigen Training lernte Marvis, wie man eine Geflügelzucht aufbaut. Sie erfuhr, welches Futter Hühner brauchen, was gute Haltungsbedingungen sind und wie man sie bei Krankheiten behandelt. Marvis erhielt auch Tipps zur Vermarktung und zur Buchhaltung.

Die ersten 100 Masthähnchen verkaufte die stolze Geflügelbäuerin nach sechs Wochen mit Gewinn. Sie machte mit 250 Tieren weiter. Ende 2023 hielt sie bereits 300 Hühner, heute sind es 600. Marvis hat dieser Erfolg neues Selbstbewusstsein gebracht. Sie ist stolz darauf, einen großen Beitrag zur Versorgung ihrer Familie beizutragen. Ihre Kinder gehen mittlerweile wieder zur Schule. Es ist immer genug zu essen im Haus.

Verbesserte Lebensbedingungen

Marvis hat noch große Pläne: Neben der Masthähnchenzucht will die Powerfrau einen Betrieb mit Legehennen eröffnen. Auch einen Gemüseanbau will sie aufbauen, um den anfallenden Hühnerdung sinnvoll als Dünger zu nutzen.

Andere Familien in ihrer Gegend nahmen ebenso an den Trainings teil. Auch deren Einkommens- und Ernährungssituation hat sich stark verbessert. Prostitution, Jugendkriminalität und der Konsum von Alkohol und Drogen sind zurückgegangen.

Marvis ist begeistert: „Ich habe nun ein sicheres Einkommen und kann meine Familie gut versorgen. Ich wünsche mir, dass noch viele weitere Frauen dies erleben. So kann unsere Gemeinschaft gesund werden!

Dieser Beitrag erschien zuerst im EBMI-MAGAZIN 2/2024

Gemeinsam können wir diesen Frauen in Sambia helfen, dass sie selbständig und zugleich selbstbewusst werden. Auch in anderen Ländern bilden wir Frauen aus, damit sie unabhängig ihr Leben gestalten und ihre Familien versorgen können. Diese und weitere Projekte finden Sie im Bereich Kompetenzförderung

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