Peru: Wenn Wort und Tat zusammenfließen
Ganzheitliche Gemeindegründung hilft bei Wasserversorgung
Wo kein Wasser fließt, ist Leben eingeschränkt – oft sogar unmöglich. In vielen Regionen dieser Welt müssen Menschen ohne sauberes Trinkwasser auskommen, Krankheiten, Ernteausfälle und tägliche Mühsal sind die Folge. Doch es gibt Möglichkeiten, diese Umstände zu verbessern – durch die Hilfe von Gemeinden, auch neuen Gemeinden, die durch Missionsarbeit entstehen. Sie verkünden das Evangelium nicht nur mit Worten, sondern leben es sichtbar in Taten. So auch in der Mission unter den Ketschua in Peru.
Leben im Hochland
In den Höhenlagen von Apurímac und Cusco, über 3.000 Meter über dem Meeresspiegel, bauen die Ketschua Kartoffeln, Quinoa und Mais an – oft auf schmalen Feldern am Berghang. Einige Familien halten Schafe oder Lamas. Zwischen April und Oktober herrscht Trockenzeit: Wochenlang fällt kein Regen, die Erde wird hart und rissig, die junge Saat droht zu vertrocknen. Ohne Bewässerung bleibt die Ernte spärlich – und Hunger wird zur realen Bedrohung für die kommenden Monate. Wasser zu holen bedeutet für die Menschen meist stundenlange Fußmärsche zu weit entfernten Quellen. Weil in der Region kaum noch Bäume stehen, kann der Boden Regenwasser nicht speichern. Der Klimawandel verschärft die Lage zusätzlich: Dürreperioden nehmen zu, während plötzlicher Starkregen die Ernte ebenso gefährdet wie die Trockenheit selbst.
Die Antwort der Gemeinde Jesu
Die jungen Gemeinden in den Dörfern der Ketschua sehen und erleben diese Not. Und sie handeln: Zum einen aus diakonischer Verantwortung, denn Christus ruft zur Liebe in Tat und Wahrheit. Zum anderen spricht das Evangelium selbst vom „lebendigen Wasser“, das den Durst der Seele stillt. So wurden Projekte gestartet: Leitungen verlegt, Tanks gebaut, Brunnen gebohrt. Die praktische Hilfe wurde zum Zeugnis des Glaubens. Genau durch solche Initiativen wird die Vision von EBMI umgesetzt: „Gottes verändernde Liebe teilen, damit Menschen in Hoffnung leben.“ An so vielen Stellen in den 16 Ländern, in denen EBMI missionarische Projekte unterstützt, ist das ein zentraler Faktor.
Wassertanks für Apurímac und Cusco
In Apurímac und Cusco war es Adrián Campero, seit 42 Jahren unser Missionar für die Ketschua-Bevölkerung in Peru, der die Not schon vor Jahren an die EBMI herangetragen hatte. Dank seiner Fürsprache bauten Gemeinden gemeinsam mit der Bevölkerung und mit Unterstützung der EBM International große Wassertanks. In den Trockenzeiten konnten die Felder bewässert werden, die Erträge stiegen, die Ernährungslage verbesserte sich, wodurch die soziale Stabilität wuchs. Die Menschen lernten außerdem, ihr Land nachhaltig zu bebauen. Durch die Versorgung mit Wasser wurde die geistliche Botschaft vom lebendigen Wasser regelrecht greifbar.
Wasserleitungen für die Region Jimbe
Im Norden Perus, in den Dörfern Canchas und Miraflores, wurden Leitungen von sechs und zehn Kilometern Länge gelegt – gespeist aus hochgelegenen Quellen in den Bergen. Über viele Jahre hatte die Bevölkerung landesweit bei Behörden um Hilfe gebeten, doch stets vergeblich. Als die Verzweiflung groß war, gaben die Missionare Hugo und Carlota Mondoñedo neue Hoffnung. Hugo versprach, bei der EBMI nachzufragen, ob etwas möglich sei. Die Zusage kam schnell – weil klar war, dass diese Menschen nicht länger so leben konnten.
Nach vielen Jahren bekamen die Menschen endlich sauberes Trinkwasser. Die Arbeit war gefährlich und beschwerlich, doch die Bevölkerung selbst legte die Leitungen über steile Hänge und durch unwegsames Gelände: 59 Menschen aus dem Dorf arbeiteten mit ihren Familien neun Tage lang unermüdlich. Die Ressourcen dafür stammten aus Spenden von EBMI. Mit der Installation der Leitungen kam sauberes Wasser in die Dörfer, und Krankheiten durch verschmutztes Wasser gingen zurück. Die Freude und Dankbarkeit der Bevölkerung waren unermesslich.
Parallel zu diesen Bauarbeiten entstanden Hauskreise und Gottesdienste. Aus der praktischen Hilfe wuchsen neue Gemeinden – Gemeindegründung und Diakonie gingen Hand in Hand.
Nachhaltige Veränderung
Heute, Jahre nach der Umsetzung, sind die Gemeinden gewachsen. Aus kleinen Gruppen wurden stabile Gemeinschaften, die nicht nur Gottesdienste feiern, sondern auch gesellschaftlichen Einfluss haben. Sie gelten als Hoffnungsträger, weil sie zeigen: Das Evangelium ist nicht nur Wort, sondern auch Tat. Die Menschen verstehen, dass der Glaube an Christus eine Quelle ist, die nie versiegt – wie eine Leitung, die dauerhaft Wasser bringt.
Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten.
„Lebendiges Wasser“
Jesus sagt: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten.“ (Johannes 4,14). So wie die Wasserleitungen das Leben der Menschen veränderten, so verändert das Evangelium Herzen und Gemeinschaften. Gemeindegründung und Diakonie sind zwei Seiten derselben Medaille: Das lebendige Wasser des Glaubens und das lebensnotwendige Wasser für den Alltag fließen zusammen und machen sichtbar, was Christus verheißt.
nach einem Bericht von Carlos Waldow – Regionalrepräsentant für Lateinamerika
dieser Artikel erschien zuerst im EBMI-MAGAZIN 2/2026
Erntedank-Kampagne: Lebendiges Wasser und Brot des Lebens
Wo sauberes Trinkwasser und eine verlässliche Versorgung mit Trinkwasser fehlen, braucht es Menschen wie Hugo Mondoñedo : Sie schenken Hoffnung, laden zum Glauben an Jesus Christus ein und bieten praktische Hilfe an. Die Missionsarbeit von EBM International ist immer ganzheitlich und fördert beispielsweise auch in Afrika und Indien Nahrungsmittelverteilungen wie die Milch-und-Ei-Programme oder die Armenspeisungen. Landwirtschaftliche Schulungen sorgen für bessere Ernten und sichern so die Versorgung mit Lebensmitteln.
Zu Erntedank laden wir dazu ein, solche Projekte weltweit fördern. Eure Spende hilft dabei, Lebensgrundlagen zu schaffen und Menschen zum Glauben an Jesus Christus einzuladen – das lebendige Wasser und das Brot des Lebens.