Geschichten vom Missionsfeld

November 2025

Brasilien: Sicherheit finden und das Leben gestalten

Das Sozialzentrum Diadema in Brasilien schenkt neue Perspektiven

Mitten in der brasilianischen Großstadt Diadema liegt ein besonderer Ort: ein Sozialzentrum, das seit mehr als 20 Jahren Kindern, Jugendlichen und Familien neue Perspektiven schenkt. Hier erleben sie Gemeinschaft, erhalten Bildung und Unterstützung – und begegnen Gottes Liebe in Wort und Tat. João und Cecilia sind zwei junge Menschen, deren Leben durch das Sozialzentrum nachhaltig verändert wurde.

Im alten Zuhause hat Jesus mich beschützt!

João lacht viel, albert mit Freunden herum und genießt die Zeit mit den anderen Kindern und Mitarbeitern im Sozialzentrum. Es grenzt an ein Wunder, dass der Achtjährige heute so unbeschwert spielen kann. Denn wie so viele Jungen und Mädchen aus den Favelas, musste auch er Gewalt und Vernachlässigung erfahren. Der Stiefvater schrie João und seinen Bruder zuhause viel an. Leise mussten die Jungen sein, sonst gab es Ärger: Dann wurde das Essen gestrichen oder die Kinder mussten draußen in der Kälte ausharren, bis sie wieder in die Wohnung durften. Wenn es ganz schlimm wurde, schlug der Mann João mit seinem Gürtel oder einem Holzstock. Die Mutter war mit der ganzen Situation überfordert und schritt nicht ein.

Als sich João mutig den Mitarbeitern im Sozialzentrum anvertraute, ergriffen Fachleute gemeinsam mit dem Kinderschutznetzwerk der Stadt Maßnahmen: Es wurde Anzeige erstattet und die Jungen wurden in die Obhut der Großmutter mütterlicherseits übergeben. João und sein Bruder sind gerne dort und freuen sich, dass sie von der Oma und einer Tante gut umsorgt sind. Sie können frei spielen, fernsehen, jeden Tag baden und in die Kirche gehen. Einer Sozialarbeiterin erzählt João später: „Im alten Zuhause hat Jesus mich beschützt!“

Gut vernetzt und anerkannt

Die enge Zusammenarbeit von Mitarbeitern des Sozialzentrums mit staatlichen Behörden, wie den Jugend- und Sozialämtern, hat zur schnellen Verbesserung von Joãos Lebensumständen beigetragen. Längst ist das Zentrum nicht nur eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Alle Generationen finden Angebote: Fortbildungen, Gemeinschaft, Seelsorge, politische Bildung, Sport und vieles mehr. Ziel ist es, die Würde der Menschen wiederherzustellen und ihnen eine neue Lebensperspektive zu schenken. Hinter allem steht die Motivation, den fast 500.000 Menschen der Stadt Diadema Jesu Liebe in Wort und Tat zu zeigen. Deswegen gab es von Anfang an auch Gottesdienste, Kinderstunden und seelsorgerliche Angebote für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Kirchengemeinden in Diadema und der Baptistenbund Pioneira fördern die sozialdiakonische Arbeit gemeinsam mit EBM INTERNATIONAL. Etliche Programmangebote erhalten öffentliche Mittel. Stadt und Land haben erkannt, dass das Sozialzentrum ein verlässlicher Partner zur Verbesserung der Lebensumstände der Menschen ist und dazu beiträgt, die großen Probleme, wie Gewalt, Drogen und Perspektivlosigkeit zu reduzieren.

Glaube und Kompetenz

Durch das Sozialzentrum erhielt auch Cecilias Leben eine neue Ausrichtung. Schon als Kind besuchte sie die Veranstaltungen und erlebte, wie Christi Liebe ihr begegnete und sie daraufhin als Mädchen ihr Leben Jesus übergab. Das Sozialzentrum war fortan fester Teil ihres Lebens – sowohl geistlich, als auch lebenspraktisch. Als Teenager nahm Cecilia an einigen Kursen teil, unter anderem für Office-Anwendungen und Programmierung. Schon immer fand sie Computer und Technik interessant. Die Kurse öffneten ihr den Weg zu einer Anstellung in der Verwaltung. Jetzt studiert die 20-Jährige Pädagogik. Dem Sozialzentrum bleibt sie weiterhin treu verbunden, mittlerweile als ehrenamtliche Mitarbeiterin, die ihre Liebe und Kompetenz nun an andere Kinder und Jugendliche weitergibt. Cecilia ist Gott dankbar für ihre Entwicklung und ihr Wachstum.

Weihnachten in Diadema

Die Arbeit des Sozialzentrums ist ganzjährig darauf ausgerichtet, Menschen Hoffnung zu schenken – im Alltag wie in besonderen Momenten. Ein Höhepunkt ist das Weihnachtsfest: Hier wird auf eindrückliche Weise sichtbar, wie Gemeinschaft, praktische Hilfe und die Botschaft von Jesus Christus zusammenkommen. Auch in Brasilien verbinden die Menschen das Fest mit Liebe und Freundlichkeit, aber verlieren sich häufig in den Äußerlichkeiten oder materiellen Dingen. Dem Team des Sozialzentrums ist es daher wichtig, Jesus ins Zentrum der Weihnachtsfeiern zu stellen. Die Kinder und Jugendlichen sind Teil der Aufführungen und Theaterstücke und proben mit großer Begeisterung oft schon viele Monate vor dem Weihnachtsfest.

Bei der Feier kommen dann alle zusammen: Kinder, Teenager, ihre Eltern und Angehörige, Mitarbeiter und Partner aus dem Netzwerk der Stadt. Sie sehen, hören und erleben die Gemeinschaft und die Liebe Gottes. Die Kinder und ihre Familien erhalten dann ein kleines Geschenk mit etwas Süßem und Weihnachtsgebäck. Für die Mädchen und Jungen der Sportgruppen gibt es zusätzlich einen Ball, für die Teilnehmer von „Tocando a vida“ ein T-Shirt. Stark benachteiligte Familien erhalten ein größeres Paket mit Kleidung, Hygieneartikeln, Spielzeug, Süßigkeiten und einem Weihnachtskuchen. Dann ist die Freude groß – denn egal ob zur Weihnachtsfeier oder während des ganzen Jahres, merken die Kleinen und Großen: Hier bin ich angenommen und geliebt.

 

Dieser Beitrag erschien in längerer Version erstmals im EBMI-MAGAZIN 3/2025

Das Sozialzentrum in Diadema ist Teil unserer Weihnachtskampagne 2025. Weitere Informationen dazu und zum Sozialzentrum in Diadema, sowie ein Video, gibt es auf der Seite Weihnachtsspende 2025 – Jesu Licht für die Kleinen und Großen.

Zur Online-Weihnachtsspende