Am 2. April 2026 ist Dr. Walter Herter im Alter von 94 Jahren heimgegangen. Sein Leben war ein starkes Zeugnis christlicher Nächstenliebe und unermüdlichen Dienstes für die christlichen Gemeinden und ihre diakonischen Projekte in Indien.
Bereits Walter Herters Vater, Hans Herter, war in Indien engagiert: 1960 gründete er einen Sozialfonds für das christliche Krankenhaus im nordindischen Ludhiana. Ziel war es, mittellosen Patientinnen und Patienten medizinische Versorgung zu ermöglichen. Daraus entstand die „Hans-Herter-Indienhilfe“.
Nach dem Tod seines Vaters übernahm Dr. Walter Herter die Leitung dieses Werkes – und machte es zu seinem Lebenswerk.
Über 50 Jahre im Dienst für die Ärmsten
Unter seiner Führung wuchs die Hans-Herter-Indienhilfe zu einem umfassenden Hilfswerk mit vielen Kinderheimen, zahlreichen Nähschulen, mobilen Augenrettungsaktionen, Armenspeisungen, Landwirtschaftsprojekten, allgemeinmedizinischer Versorgung und Gemeindeaufbauarbeit. Bei der Übergabe an EBM INTERNATIONAL im Jahr 2010 umfasste das Werk 60 Einzelprojekte und hatte ein Jahresbudget von einer halben Million Euro – vollständig spendenfinanziert.
Über 40 Jahre lang leitete Dr. Walter Herter dieses Werk ehrenamtlich – nach seinem Renteneintritt sogar in Vollzeit. Er besuchte Kirchengemeinden, Lions- und Rotary-Clubs, pflegte Kontakte zu Richtern, Geschäftsleuten und vielen Einzelspendern, um die Projekte in Indien zu finanzieren. Neben diesem aktiven und erfolgreichen Fundraising war er zugleich Projektmanager und Berater von zahlreichen Initiativen in Indien.
Im Jahr 1997 wurde Dr. Walter Herter für sein Engagement für die Notleidenden in Indien mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Von der Hans-Herter-Indienhilfe zu EBM INTERNATIONAL
Im Jahr 2010 übergab Dr. Walter Herter die Hans-Herter-Indienhilfe an EBM INTERNATIONAL. Dabei blieb er ein verlässlicher Begleiter, stand dem Generalsekretär mit Rat und Tat zur Seite, pflegte den Kontakt zu den Partnern in Indien, und unterstützte viele Projekte auch aus eigenem Vermögen.
Christoph Haus, der damalige Generalsekretär von EBM INTERNATIONAL und Zeuge der Übergabe, erinnert sich: Bei einem Besuch im Kinderheim Tanuku in Indien hing im Speisesaal ein übergroßes Bild von Dr. Herter – mit der Aufschrift: „Father Dr. Walter Herter“. Das sprach mehr als tausend Worte über die Verbundenheit, die er zu den Menschen dort aufgebaut hatte. Bei allen Partnerorganisationen in Indien genoss Dr. Walter Herter eine enorme Autorität und höchsten Respekt.
Anteilnahme aus Indien und Deutschland
Die Nachricht von Dr. Walter Herters Tod hat die 15 Partnerorganisationen in Indien mit tiefer Trauer erfüllt. Dr. Anil Benjamin von Bridge of Hope India schreibt an die Familie Herter: „Dr. Walter Herter war maßgeblich an der Gründung von Bridge of Hope India beteiligt – mit einer klaren und mitfühlenden Vision, lokale Dorfgemeinden zu stärken und zu unterstützen. Sein aufrichtiges Anliegen für die Menschen hat alles geprägt, was er tat. Sein Leben war ein Zeugnis selbstlosen Dienens.“
Dr. Michael Kißkalt, der aktuelle Generalsekretär von EBM INTERNATIONAL, ergänzt: „Ich war immer beeindruckt, mit welcher Herzenskraft Dr. Walter Herter die Projekte in Indien gefördert, teils auch initiiert hat. Seine Impulse in Indien haben die christlichen Gemeinden dort stark gemacht und ihre segensreiche Präsenz in den gesellschaftlichen Herausforderungen gefestigt und ausgeweitet.“
EBM INTERNATIONAL und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sind von Herzen dankbar für das Leben von Dr. Walter Herter, für seinen jahrzehntelangen Dienst und für die tiefen Spuren, die er im Leben ungezählter Menschen hinterlassen hat – in Indien wie in Deutschland.