Indien: Im Licht der Sonne der Gerechtigkeit
Kinderheime und Schulen in Indien
Früher rannte Rudra gerne mit den anderen Kindern zwischen den Touristen umher und bot ihnen Muscheln an, die er am Strand gefunden hatte. Was nach einer idyllischen Kindheit klingt, war für Rudra harter Alltag – er musste Muscheln verkaufen, damit die Familie überhaupt etwas zu essen hatte. Dass er heute gut versorgt ist und eine Schule besucht, ist dem Einsatz von unserem Partner „Jesus Loves Ministries“ zu verdanken.
Angeblich gehört der Sonnenaufgang am Strand von Chandrabagha zu den schönsten in ganz Indien. Tatsächlich taucht die Sonne den breiten Sandstreifen und das Meer in ein warmes und goldenes Licht. Man kann gut nachvollziehen, warum König Narasimha Deva I im 13. Jahrhundert an diesem Küstenstreifen einen Tempel für den Sonnengott Surya errichten ließ. Mittlerweile liegt der Tempel drei Kilometer weit im Inland, in der Stadt Konark, weil sich die Küstenlinie verschoben hat. Aber noch immer ziehen der Strand und der Tempel tausende Touristen an, die die Natur und die prächtige Architektur des Bauwerks bewundern.
Armut zwischen Touristenströmen
Für die einfache Bevölkerung am Golf von Bengalen im Bundesstaat Odisha bedeuten die Besucher eine zusätzliche Einnahmequelle. Aber von dem Verkauf von Muscheln und Schmuck an den einfachen Verkaufsständen aus Holz können die Familien in Chandrabagha nicht überleben. Wie schon seit Jahrhunderten, fahren die Männer mit ihren Booten hinaus aufs Meer und fangen Fisch oder Krabben. Die Frauen verkaufen den Fang oder machen ihn mit Salz haltbar. Wenn ein Fischzug keinen Erfolg hatte, arbeiten Frauen wie Männer auf Baustellen. So auch Rudras Eltern. Seine Familie ist arm, lebt in einer einfachen Hütte und kämpft täglich ums Überleben. Wenn ein Zyklon über den Küstenstreifen fegt, ist die Situation besonders schlimm: Die einfachen Unterkünfte werden zerstört, so manches Fischerboot verschwindet in den Wellen.
„Jesus Loves Ministries“ eröffnet Zukunftschancen
Die Region rund um die Stadt Konark mit dem Sonnentempel und der Strand Chandrabagha gehören zu den Gebieten, in denen „Jesus Loves Ministries“ vermehrt den Kontakt zu den Menschen sucht und ihnen Hilfe anbietet. Das christliche Hilfswerk und langjähriger Partner von EBM INTERNATIONAL möchte insbesondere Kindern und Frauen eine Perspektive für ihr Leben bieten. Zu den Angeboten gehören Schulen, medizinische Camps, Berufsausbildungen und landwirtschaftliche Programme. Mittlerweile erreichen sie Bedürftige in drei Bundesstaaten. Zentrum des Dienstes ist die Liebe Jesu zu den Menschen. Auch das Kinderheim Bethel Ashram, je eines für Jungen und eines für Mädchen, gehört dazu. Dort finden nicht nur Kinder ohne Eltern, sondern auch Sozialwaisen ein Zuhause. Für Kinder wie Rudra, dessen Vater und Mutter keine Möglichkeit haben, angemessen für ihre Familie zu sorgen, war das eine Lebenswende.
Ein neues Zuhause und geistliche Heimat im Kinderheim
Er zog von der Küste in das Kinderheim. Aus dem abgemagerten Jungen, der kaum lesen oder schreiben konnte, wurde ein fröhlicher Schüler voller Neugier aufs Lernen. Gerade für Mädchen und Jungen, die kaum Schulerfahrung mitbringen, gibt es spezielle Programme, die ihnen den Anschluss an die normale Schullaufbahn ermöglichen. Rudra besucht gerne den Unterricht und findet vor allem am Sport gefallen. Heute jagt Rudra nicht mehr Touristen am Strand hinterher, sondern rennt lachend mit Freunden über den Sportplatz – beim indischen Fangspiel Kho Kho, beim Cricket oder Volleyball. In den Ferien oder an Feiertagen hat er die Möglichkeit, seine Familie zu besuchen.
Evangelium in Worten und Taten
Für „Jesus Loves Ministries” gehört zur praktischen Hilfe immer auch das Evangelium. Ein Netzwerk von Gemeinden kümmert sich um die geistlichen Bedürfnisse der Menschen. Bei Sommercamps für Kinder waren allein im letzten Jahr an verschiedenen Standorten etwa 6.000 Mädchen und Jungen dabei. Sie hörten biblische Geschichten und genossen die geistliche Gemeinschaft.
Rudras Leben zeigt, wie Gottes Liebe mitten in Armut und Hoffnungslosigkeit neues Licht schenkt. Was für ihn persönlich begann, gilt für viele Kinder in Odisha durch den Dienst von „Jesus Loves Ministries“: Sie erfahren Schutz, erhalten Bildung und finden zum Glauben. So erfüllt sich, was die Bibel verheißt:
„Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.“
Maleachi 3, 20 (LUT)
Dieser Artikel erschien zuerst im Magazin 3-25
Gemeinsam Kinder in Indien eine Zukunft ermöglichen
Nicht nur im Kinderheim Bethel Ashram von "Jesus Loves Ministries" bekommen Kinder die Chance auf Bildung, ein liebevolles Zuhause und eine neue Perspektive für die Zukunft. In über zehn Kinderheimen von EBMI in Indien finden Kinder Hilfe und Unterstützung für ihr Leben. Bitte unterstützen Sie diese wertvolle Arbeit durch eine Spende.
Spenden für Kinderheime in Indien