Geschichten vom Missionsfeld

Oktober 2025

Bolivien: Erdnüsse und Evangelium

Seit fast 20 Jahren ist Anacleto Quiroga in den Anden Boliviens unterwegs und gründet in der Region Rodeo Huayllas Gemeinden. Auf einer Höhe von über 3.000 Metern führt ihn sein Weg oftmals sechs bis acht Stunden über kleine Pfade durch die beeindruckende Berglandschaft. Hier fahren keine Autos oder Busse - hier sind Esel und Pferde das beste Transportmittel. Manchmal tragen sie Gepäck und manchmal Anacleto selbst. Begleitet wird er von Rufinio, der selber aus der Gegend stammt und vor einigen Jahren zum Glauben an Jesus Christus fand.

Bei seinen Besuchen in den Dörfern bemerkte Anacleto, wie mühsam der Anbau von Gemüse und Getreide ist. Die Pflanzen können in der kargen und steinigen Erde kaum Wurzeln entwickeln und werden von Wind und Wetter stark beschädigt. Manchmal fallen ganze Ernten aus. Der Missionar suchte deswegen nach Anbaumethoden, die in abgelegenen und trockenen Regionen einen guten Ertrag bringen.

Sonnenzelte zum Schutz der Pflanzen

In dem kleinen Dorf Arichaca hat Anacleto dann – neben einer Gemeindegründung – ein neues Projekt gestartet, das die Lebensbedingungen vieler Familien weitreichend verbessert hat. Mit Unterstützung von EBM INTERNATIONAL begann er gemeinsam mit den dortigen Kleinbauern, sogenannte „Carpas Solares“ (Sonnenzelte) zu errichten. Das sind Gewächshäuser, die mit einer Mauer aus Lehmziegeln die Pflanzen gegen Wind und Tiere schützen und zur besseren Wärmeentwicklung eine transparente Plane als Dach haben.

In den Sonnenzelten können Mais, Tomaten, Bohnen, Erdnüsse und Kürbisse sehr viel früher angebaut werden. Sie sind vor Wind und Wetter geschützt und bringen dadurch mehr Ertrag. Rund 100 Familien haben bereits davon profitiert. Aktuell sind etwa 30 Familien direkt in die Arbeit eingebunden. Diese Nahrungsmittelvielfalt hat nicht nur die Lebensqualität der Familien gesteigert, sondern auch die Gesundheit der Kinder verbessert, da eine ausgewogene Ernährung ihre Entwicklung fördert.

Erfolgreiche Ernten als Zeugnis

Viele Familien aus der Umgebung haben großes Interesse an der Arbeit dieses „Agrar-Missionars“ bekommen, der nicht nur von der Liebe Gottes predigt, sondern den Menschen konkret zur Seite steht und ihnen hilft, ihre Lebenssituation zu verbessern. Besonders die erfolgreichen Ernten der letzten Jahre bei Mais und Erdnüssen haben viele Nachbarn neugierig gemacht. Deshalb besuchten sie die neu gegründete Gemeinde „Nueva Vida“ (Neues Leben) in Arichaca. Anfangs kamen sie nur, um etwas über die neuen Anbaumethoden zu erfahren. Später wollten sie mehr über Gottes Wort hören und lernen.

Ganzheitliche Versorgung und geistliche Heimat

Diese positive Entwicklung zeigt, wie ganzheitliche Projekte das Leben der Menschen in entlegenen Regionen verbessern können. Das Zusammenspiel von Bildung, technischer Unterstützung und der Verkündigung des Evangeliums eröffnet neue Perspektiven für die Familien, sodass sie eine geistliche Heimat und eine bessere Lebensgrundlage bekommen.

Dieser Beitrag erschien erstmals im EBMI-MAGAZIN 2/2025

 

Hunger stillen und Schöpfung bewahren zu Erntedank 

In unserer Erntedank-Kampagne 2025 „Hunger stillen – Schöpfung bewahren“ unterstützen wir in diesem Jahr Projekte wie dieses in Bolivien, die sich auf die Bewahrung der Schöpfung und die Versorgung mit Nahrung konzentrieren. Gemeinsam können wir Menschen in Not helfen, dass sie sich selbst versorgen können und gleichzeitig die Umwelt schützen.

Weitere Infos zur Erntedank-Kampagne gibt es hier

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